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360.059 21W 2SSt SE Theorieveranstaltung (Klima: Theorien – Szenarien – Serious Games)   Hilfe Logo

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Allgemeine Angaben
Theorieveranstaltung (Klima: Theorien – Szenarien – Serious Games) 
360.059
Seminar
2
Wintersemester 2021
Medienkultur- und Kunsttheorien
(Kontakt)
Anzahl der Zuordnungen zu laufenden und auslaufenden Studien einblendenPflichtfach: 5 | Wahlfach: 6 | Doktoratsstudien: 0 | sonstiges Fach: 1
Angaben zur Abhaltung
1,5°C und mehr – diese Erderwärmung sagt das IPCC im August 2021 für die nächsten Jahrzehnte voraus. Die alten Berechnungen und Modelle hat die faktische Wetterlage überholt. Blicken wir zwei Jahrhunderte zurück, so schlug das Wort »Klima« schon in den ersten Texten Alarm. Das Klima wird im 19. Jahrhundert als Gegenstand erfunden, um eine Krise oder »Mutation« sichtbar zu machen, die sich nicht mehr umkehren lässt. Es tritt als Begriff und Forschungsgegenstand auf, als das Gleichgewicht aus den Fugen gerät. Schon um 1800 findet Alexander von Humboldt die Miasmen und Ausdünstungen der Dampfmaschine an den entlegensten Orten. »Das Wort Klima umfaßt in seiner allgemeinsten Bedeutung alle Veränderungen in der Atmosphäre, von denen unsere Organe merklich affizirt werden«, schreibt er. Jeder Ort ist von Menschenhand ausgemalt. Mit der Vorstellung, dass alles Wechselwirkung sei, begründet er zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Geographie und Klimawissenschaft als Menschenwissenschaft. Das Klima ist Dampfkessel und atmospheric engine: der Dampf oder der »Einfluss der kleinsten Ursachen« Auslöser und Modell der entstehenden Erdwissenschaften. Dass das Klima mehr ist als ein Quotient oder eine unsichtbare Größe – Tiere, Pflanzen, Maschinen und Menschen gleichermaßen affiziert – haben die jüngsten Extremwetterlagen uns vor Augen geführt.

Das Seminar lädt dazu ein, die ersten Definitionen des Klimas zu lesen, den Begriff der Atmosphären, die Nachbarschaften der Winde und Meere, Wasser- und Luftmeere zu recherchieren, die Macht der Miasmen und Staubkörner, aus denen das 19. Jahrhundert das Klima auslas, zu analysieren, die ersten Computermodelle, die Szenarien des atomaren Winters zu diskutieren. Die Umweltwissenschaften sind Zukunftswissenschaften. Sie berechnen, beraten und spekulieren – produzieren und bespielen eine Bandbreite von Medien und Formaten: Wie modellieren und beeinflussen Theorien, Science Fiction, Filme, Visualisierungen und Erzählungen, wie prägen Begriffe, Modelle, Spekulationen und Szenarien den Blick auf das Klima? Können wir dem climate change einen sozialen, kulturellen und individuellen Wandel der Umwelt entgegensetzen? Welche Medien, Ästhetiken und Narrationen können die Wechselwirkungen zwischen Menschen, Pflanzen, Tieren und Maschinen sichtbar machen? Wie kann man den menschenzentrierten Blick auf das Klima dezentrieren? Was sind die Rahmenbedingungen für Tier-, Maschinen- oder Pflanzenrechte? Welche neuen Narrationen, fiktiven Rituale, ernsten Spiele können inkludieren und ermächtigen? Und was hat dies alles mit uns und der Kunstuniversität zu tun?

Mit diesen offenen Fragen richtet sich das Seminar an Studierende wissenschaftlicher, künstlerischer und gestalterischer Programme.
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Deutsch

Übernahme eines Impulsreferats
Seminararbeiten auch mit künstlerisch-gestalterischem Anteil möglich
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Für die Anmeldung zur Teilnahme müssen Sie sich in UFGonline als Studierende*r identifizieren.
Angaben zur Prüfung
siehe Stellung im Studienplan
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immanenter Prüfungscharakter
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